Beda Venerabilis
Catena Aurea · Lukasevangelium 1
23 Als die Tage seines Dienstes zu Ende waren, kehrte er nach Hause zurück. 24 Bald darauf empfing seine Frau Elisabet und hielt sich fünf Monate verborgen. Sie sagte: 25 So hat der Herr an mir getan zu der Zeit, als er auf mich schaute, um meine Schmach bei den Menschen wegzunehmen.
Mystisch aber kann durch Zacharias das jüdische Priestertum bezeichnet werden, durch Elisabeth das Gesetz selbst; das, gut verwaltet durch die Lehre der Priester, Gott geistliche Kinder hätte gebären sollen, es aber nicht konnte, weil das Gesetz niemanden vollkommen machte. (Hebr. 7,19; 1 Tim. 1,8.) Beide waren gerecht, weil das Gesetz gut ist und das Priestertum für jene Zeit heilig; beide waren wohlbetagt, weil beim Kommen Christi sowohl das Gesetz als auch das Priestertum sich dem Alter zuneigten. Zacharias betritt den Tempel, weil es das Amt des Priesters ist, in das Heiligtum der himmlischen Geheimnisse einzutreten. Eine Volksmenge war draußen vor den Türen, weil die Menge die Geheimnisse nicht durchdringen kann. Wenn er Weihrauch auf den Altar legt, entdeckt er, dass Johannes geboren werden wird; denn während die Lehrer von der Flamme der göttlichen Lesung entzündet werden, finden sie, dass die Gnade Gottes durch Jesus zu ihnen fließt; und dies geschieht durch einen Engel, denn das Gesetz wurde durch Engel verordnet. (Gal. 3,19.)