
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 1
23 Als die Tage seines Dienstes zu Ende waren, kehrte er nach Hause zurück. 24 Bald darauf empfing seine Frau Elisabet und hielt sich fünf Monate verborgen. Sie sagte: 25 So hat der Herr an mir getan zu der Zeit, als er auf mich schaute, um meine Schmach bei den Menschen wegzunehmen.
Welcher Grund also für die Verbergung, außer Scham? Denn es gibt gewisse erlaubte Zeiten in der Ehe, in denen es sich ziemt, der Zeugung von Kindern nachzugehen; solange die Jahre gedeihen, solange Hoffnung auf Kindersegen besteht. Wenn aber zur rechten Zeit das Alter gekommen ist und die Lebenszeit mehr geeignet ist, Kinder zu regieren als sie zu zeugen, ist es eine Schande, die Zeichen der Schwangerschaft mit sich zu tragen, wie rechtmäßig sie auch sein mögen. Es ist eine Schande, mit der Bürde eines anderen Alters beladen zu sein und den Mutterleib mit der Frucht einer nicht eigenen Lebenszeit anschwellen zu lassen. Eine Schande war es also für sie wegen ihres Alters; und daraus können wir den Grund verstehen, warum sie zu dieser Zeit nicht zusammenkamen; denn wahrlich, die nicht errötete, als sie im hohen Alter zusammenkamen, würde nicht über ihr Gebären erröten; und doch errötet sie über die elterliche Bürde, während sie noch nichts von dem religiösen Geheimnis ahnt. Sie aber, die sich verbarg, weil sie einen Sohn empfangen hatte, begann sich zu rühmen, dass sie einen Propheten im Mutterleib trug.