
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 8
52 Da sagten die Juden zu ihm: Jetzt wissen wir, dass du von einem Dämon besessen bist. Abraham ist gestorben und die Propheten, aber du sagst: Wer mein Wort bewahrt, wird den Tod ganz gewiss in Ewigkeit nicht erleiden. 53 Bist du etwa größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Auch die Propheten sind gestorben. Für wen hälst du dich? 54 Jesus antwortete: Wollte ich mich selbst ehren, wäre meine Ehre nichts. Mein Vater ist es, der mich ehrt, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott. 55 Doch ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn. Und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und bewahre sein Wort. 56 Abraham, euer Vater, jubelte, dass er meinen Tag sehen sollte. Er hat ihn gesehen und sich gefreut.
(Tr. xliii. 16) Er fürchtete sich nicht, sondern freute sich zu sehen: er freute sich in der Hoffnung, glaubte und sah so durch den Glauben. Es lässt sich bezweifeln, ob Er hier vom zeitlichen Tag des Herrn spricht, nämlich von Seinem Kommen im Fleisch, oder von jenem Tag, der weder Aufgang noch Untergang kennt. Ich zweifle jedoch nicht, dass unser Vater Abraham das Ganze kannte; wie er zu seinem Knecht, den er sandte, sagt: Lege deine Hand unter meine Hüfte und schwöre mir bei dem Gott des Himmels. (Gen. 24,2) Was bedeutete dieser Eid anderes, als dass der Gott des Himmels im Fleisch aus dem Geschlecht Abrahams kommen sollte.