
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 8
48 Die Juden antworteten ihm: Sagen wir nicht mit Recht, dass du ein Samariter und von einem Dämon besessen bist? 49 Jesus antwortete: Ich bin von keinem Dämon besessen, sondern ich ehre meinen Vater, ihr aber entehrt mich. 50 Ich suche nicht meine Ehre; es ist einer da, der sich darum kümmert und der richtet. 51 Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort bewahrt, wird ganz gewiss den Tod in Ewigkeit nicht sehen.
(Tr. xliii. 4) Natürlich ist der Vater gemeint. Aber wie ist es dann, dass Er an anderer Stelle sagt: Der Vater richtet niemanden, sondern hat das ganze Gericht dem Sohn übergeben. (c. 5:22) Gericht steht manchmal für Verdammung, während es hier nur für Prüfung steht: als wollte Er sagen: Es ist einer, sogar Mein Vater, der Meine Ehre von eurer unterscheidet; ihr rühmt euch nach dieser Welt, Ich nicht nach dieser Welt. Der Vater unterscheidet die Ehre des Sohnes von der aller Menschen: denn dass Er Mensch geworden ist, bringt uns nicht in einen Vergleich mit Ihm. Wir Menschen haben Sünde: Er war ohne Sünde, auch als Er in der Gestalt eines Knechtes war; denn wie das Wort, das im Anfang war, wer kann würdig von Ihm sprechen?