
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 8
31 Da sagte Jesus zu den Juden, die zum Glauben an ihn gekommen waren: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. 32 Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen. 33 Sie antworteten ihm: Wir sind Nachkommen Abrahams und haben nie jemals irgendjemand als Sklaven gedient. Wie kannst du behaupten: Ihr werdet frei werden? 34 Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Jeder, der Sünde tut, ist Sklave der Sünde. 35 Der Sklave aber bleibt nicht für immer im Haus. Der Sohn bleibt für immer. 36 Wenn euch also der Sohn frei macht, seid ihr wirklich frei.
(Tr. xli. 3) Diese Beteuerung ist wichtig: sie ist, wenn man so sagen darf, sein Eid. Amen bedeutet wahr, ist aber nicht übersetzt. Weder der griechische noch der lateinische Übersetzer haben es gewagt, es zu übersetzen. Es ist ein hebräisches Wort; und die Menschen haben davon abgesehen, es zu übersetzen, um einen ehrfürchtigen Schleier über ein so geheimnisvolles Wort zu werfen: nicht dass sie es verschließen wollten, sondern nur um zu verhindern, dass es durch Preisgabe verachtet wird. Wie wichtig das Wort ist, kann man daran sehen, dass es wiederholt wird. Wahrlich, ich sage euch, sagt die Wahrheit selbst; was nicht sein könnte, selbst wenn es nicht wahrlich sagte. Unser Herr greift jedoch zu dieser Art, seine Worte zu bekräftigen, um die Menschen aus ihrem Zustand des Schlafes und der Gleichgültigkeit aufzurütteln. Wer auch immer, sagt Er, Sünde begeht, ob Jude oder Grieche, reich oder arm, König oder Bettler, ist der Knecht der Sünde.