
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 8
28 Da sagte Jesus: Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin und dass ich nichts aus eigener Machtvollkommenheit tue, sondern so rede, wie mich der Vater gelehrt hat. 29 Und der, der mich gesandt hat, ist bei mir. Er hat mich nicht allein gelassen, weil ich allezeit das tue, was ihm gefällt. 30 Als er das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.
(Tr xl. 6) Und obwohl beide zusammen sind, ist doch der eine gesandt, der andere sendet. Denn die Sendung ist die Menschwerdung; und die Menschwerdung ist nur vom Sohn, nicht vom Vater. Er sagt also: Der Mich gesandt hat, das heißt: Durch dessen väterliche Autorität Ich Mensch geworden bin. Der Vater jedoch, obwohl Er den Sohn sandte, zog sich nicht von Ihm zurück, wie Er fortfährt zu sagen: Der Vater hat Mich nicht allein gelassen. Denn es könnte nicht sein, dass dort, wohin Er den Sohn sandte, der Vater nicht wäre; Er, der sagt: Ich erfülle Himmel und Erde. (Jer. 33) Und Er fügt den Grund hinzu, warum Er Ihn nicht verließ: Denn Ich tue immer, was Ihm gefällt; immer, d. h. nicht von einem bestimmten Anfang an, sondern ohne Anfang und ohne Ende. Denn die Zeugung vom Vater hat keinen Anfang in der Zeit.