
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 8
21 Wiederum sagte er zu ihnen: Ich gehe fort und ihr werdet mich suchen. Und ihr werdet in euerer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht kommen. 22 Darauf sagten die Juden: Will er sich etwa selbst töten, dass er sagt: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht kommen? 23 Er sagte zu ihnen: Ihr seid von unten, ich bin von oben. Ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt. 24 Darum habe ich euch gesagt, dass ihr in eueren Sünden sterben werdet. Denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in eueren Sünden sterben.
(Tract. xxxviii. 8) Sein Wort: Wenn ihr nicht glaubt, dass Ich bin, ohne etwas hinzuzufügen, beweist sehr viel. Denn so sprach Gott zu Moses: Ich bin, der Ich bin. Wie aber verstehe ich: Ich bin, der Ich bin (Exod. 3), und: Wenn ihr nicht glaubt, dass Ich bin? Auf diese Weise. Alle Vortrefflichkeit, welcher Art auch immer, wenn sie veränderlich ist, kann nicht wirklich sein genannt werden, denn es gibt kein wirkliches Sein, wo es ein Nichtsein gibt. Analysiere die Idee der Veränderlichkeit, und du wirst finden: war und wird sein; betrachte Gott, und du wirst finden: ist, ohne Möglichkeit einer Vergangenheit. Um zu sein, musst du Ihn hinter dir lassen. Wenn ihr also nicht glaubt, dass Ich bin, bedeutet tatsächlich: Wenn ihr nicht glaubt, dass Ich Gott bin; dies ist die Bedingung, unter der wir nicht in unseren Sünden sterben werden. Gott sei Dank, dass Er sagt: Wenn ihr nicht glaubt, nicht: Wenn ihr nicht versteht; denn wer könnte dies verstehen?