
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 8
19 Da sagten sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennt weder mich noch meinen Vater. Würdet ihr mich kennen, würdet ihr auch meinen Vater kennen. 20 Diese Worte sagte er, als er bei der Schatzkammer im Tempel lehrte. Aber niemand legte Hand an ihn, weil seine Stunde noch nicht gekommen war.
(Tract. xxxvii. 8) Groß jedoch ist Seine Zuversicht und Furchtlosigkeit: da es nicht möglich war, dass Er irgendein Leiden erduldete, außer dem, das Er freiwillig auf Sich nahm. Deshalb folgt: Und niemand legte Hand an Ihn, denn Seine Stunde war noch nicht gekommen. Einige, die dies hören, meinen, Christus sei unter der Kontrolle des Schicksals gestanden. Aber wenn das Schicksal vom Verb fari, sprechen, kommt, wie einige es ableiten, wie kann dann das Wort Gottes unter der Kontrolle des Schicksals stehen? Wo sind die Schicksale? Im Himmel, sagst du, in den Läufen und Umdrehungen der Sterne. Wie kann dann das Schicksal Macht über Ihn haben, durch den die Himmel und Sterne gemacht wurden; wo doch sogar dein Wille, wenn du ihn recht gebrauchst, die Sterne übersteigt? Glaubst du, dass, weil das Fleisch Christi unter den Himmel gestellt wurde, deshalb Seine Macht den Himmeln unterworfen war? Seine Stunde war also noch nicht gekommen; d. h. die Stunde, nicht in der Er gezwungen sein sollte zu sterben, sondern in der Er geruhen sollte, getötet zu werden.