
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 8
13 Da sagten die Pharisäer zu ihm: Du legst über dich selbst Zeugnis ab; dein Zeugnis ist nicht gültig. 14 Jesus antwortete ihnen: Auch wenn ich über mich selbst Zeugnis ablege, ist mein Zeugnis gültig, weil ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe. Ihr aber wisst nicht, woher ich komme und wohin ich gehe. 15 Ihr urteilt nach dem äußeren Eindruck, ich urteile über niemand. 16 Und wenn ich urteile, ist mein Urteil wahrheitsgemäß. Denn ich urteile nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat. 17 Auch in euerem Gesetz heißt es, dass das Zeugnis zweier Menschen gültig ist. 18 Ich lege Zeugnis über mich ab und auch der Vater, der mich gesandt hat, legt Zeugnis über mich ab.
(Tract. xxxvi. 10) Es gibt große Schwierigkeit, und ein großes Geheimnis scheint in Gottes Worten enthalten zu sein: Im Mund von zwei oder drei Zeugen soll jede Sache bestehen. (Deut. 10) Es ist möglich, dass zwei falsch sprechen. Die keusche Susanna wurde von zwei falschen Zeugen angeklagt: das ganze Volk sprach falsch gegen Christus. Wie müssen wir dann das Wort verstehen: Durch den Mund von zwei oder drei Zeugen soll jede Sache bestehen: außer als Andeutung des Geheimnisses der Dreifaltigkeit, in der beständige Stabilität der Wahrheit ist? Empfangt also unser Zeugnis, damit ihr nicht unser Gericht fühlt. Ich verzögere Mein Gericht: Ich verzögere nicht Mein Zeugnis: Ich bin einer, der von Mir selbst Zeugnis gibt, und der Vater, der Mich gesandt hat, gibt Zeugnis von Mir.