
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 7
37 Am letzten, dem großen Tag des Festes, stellte sich Jesus hin und rief: Wer Durst hat, komme zu mir, und es trinke, 38 wer an mich glaubt; wie die Schrift sagt: Ströme lebendigen Wassers werden aus seinem Inneren fließen. 39 Das sagte er von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glauben. Denn der Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.
(Tract. xxxii. 4) Der Bauch des inneren Menschen ist das Gewissen des Herzens. Lass ihn von jenem Wasser trinken, und sein Gewissen wird belebt und gereinigt; er trinkt die ganze Quelle, ja, wird selbst die Quelle. Aber was ist jene Quelle, und was ist jener Strom, der aus dem Bauch des inneren Menschen fließt? Die Liebe zum Nächsten. Wenn jemand, der von dem Wasser trinkt, meint, es sei dazu bestimmt, nur ihn selbst zu sättigen, so fließt aus seinem Bauch kein lebendiges Wasser. Wenn er aber seinem Nächsten Gutes tut, so vertrocknet der Strom nicht, sondern fließt.