
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 6
60 Viele von seinen Jüngern, die das hörten, sagten: Diese Rede ist hart. Wer kann sie anhören? 61 Jesus aber, der selbst wusste, dass seine Jünger darüber murrten, sagte zu ihnen: Daran nehmt ihr Anstoß? 62 Wenn ihr nun den Menschensohn dorthin hinaufsteigen seht, wo er zuvor war? 63 Der Geist ist es, der Leben schafft; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben. 64 Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wusste nämlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde. 65 Und er sagte: Deshalb habe ich euch gesagt, dass keiner zu mir kommen kann, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist. 66 Von da an zogen sich viele von seinen Jüngern zurück und wanderten nicht mehr mit ihm umher. 67 Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen? 68 Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens 69 und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist. 70 Jesus erwiderte ihnen: Habe ich nicht euch, die Zwölf, erwählt? Und doch ist einer von euch ein Teufel. 71 Er meinte damit Judas, den Sohn des Simon Iskariot. Dieser sollte ihn nämlich verraten -- einer der Zwölf.
Oder diese Worte sind eine Antwort auf ihren Irrtum. Sie nahmen an, er würde seinen Leib in Stücken austeilen; während er ihnen nun sagt, dass er ganz und unversehrt in den Himmel aufsteigen würde: Was und wenn ihr den Menschensohn aufsteigen seht dorthin, wo er vorher war? Ihr werdet dann sehen, dass er seinen Leib nicht so austeilt, wie ihr denkt. Wiederum: Christus wurde der Menschensohn von der Jungfrau Maria hier auf Erden und nahm Fleisch an; er sagt also: Was und wenn ihr den Menschensohn aufsteigen seht dorthin, wo er vorher war? um uns wissen zu lassen, dass Christus, Gott und Mensch, eine Person ist, nicht zwei; und Gegenstand eines Glaubens, nicht eine Vierheit, sondern eine Dreifaltigkeit. Er war der Menschensohn im Himmel, wie er der Sohn Gottes auf Erden war; der Sohn Gottes auf Erden durch die Annahme des Fleisches, der Menschensohn im Himmel durch die Einheit der Person.