
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 6
55 Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. 56 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, bleibt in mir und ich in ihm. 57 Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. 58 Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; (es ist) nicht wie jenes, das euere Väter gegessen haben und (doch) gestorben sind. Wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben. 59 Das sagte er, als er in der Synagoge zu Kafarnaum lehrte.
(Tr. xxvi. 17) Oder so: Während die Menschen Speise und Trank begehren, um Hunger und Durst zu stillen, wird diese Wirkung nur wirklich durch jene Speise und jenen Trank hervorgerufen, die ihre Empfänger unsterblich und unvergänglich machen; d. h. die Gemeinschaft der Heiligen, wo Frieden und Einheit ist, voll und vollkommen. Deshalb hat unser Herr als Zeichen für seinen Leib und sein Blut Dinge gewählt, die aus vielen eines werden. Brot ist eine Menge von Körnern, die zu einer Masse vereint sind, Wein eine Menge von Trauben, die zusammengepresst sind. Dann erklärt er, was es heißt, seinen Leib zu essen und sein Blut zu trinken: Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, bleibt in mir und ich in ihm. An jener Speise und jenem Trank teilzuhaben bedeutet also, in Christus zu bleiben und Christus in dir. Wer nicht in Christus bleibt und in dem Christus nicht bleibt, isst weder sein Fleisch noch trinkt er sein Blut; sondern isst und trinkt vielmehr das Sakrament davon zu seiner eigenen Verdammnis.