
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 6
47 Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben. 48 Ich bin das Brot des Lebens. 49 Euere Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. 50 Brot, das vom Himmel herabkommt, ist das, nach dessen Genuss man nicht mehr stirbt. 51 Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, (das ich hingebe) für das Leben der Welt.
(Tr. xxvi. 11) Aber werden wir, die wir das Brot essen, das vom Himmel herabkommt, vom Tod befreit? Vom sichtbaren und fleischlichen Tod, dem Tod des Leibes, sind wir nicht befreit: wir werden sterben, so wie sie starben. Aber vom geistlichen Tod, den ihre Väter erlitten, sind wir befreit. Mose und viele Gott Wohlgefällige aßen das Manna und starben nicht, weil sie jene sichtbare Speise im geistlichen Sinn verstanden, geistlich kosteten und geistlich damit erfüllt wurden. Und auch wir empfangen heute die sichtbare Speise; aber das Sakrament ist eines, die Kraft des Sakraments ein anderes. Mancher empfängt vom Altar und geht beim Empfang zugrunde; er isst und trinkt sein eigenes Gericht, (1 Kor. 11,29) wie der Apostel sagt. Das himmlische Brot geistlich essen heißt also, mit unschuldigem Sinn zum Altar zu kommen. Sünden, auch wenn sie täglich sind, sind nicht tödlich. Bevor du zum Altar gehst, achte auf das Gebet, das du sprichst: Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern. (Mt. 6,12) Wenn du vergibst, ist dir vergeben: tritt vertrauensvoll hinzu; es ist Brot, nicht Gift. Keiner also, der von diesem Brot isst, wird sterben. Aber wir sprechen von der Kraft des Sakraments, nicht vom sichtbaren Sakrament selbst; vom inneren, nicht vom äußeren Esser.