
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 6
28 Da fragten sie ihn: Was sollen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? 29 Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat. 30 Da sagten sie zu ihm: Was für ein Zeichen tust denn du, dass wir es sehen und dir glauben? Was tust du? 31 Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie geschrieben steht: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen. 32 Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. 33 Denn das Brot Gottes ist der, der vom Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt. 34 Da sagten sie zu ihm: Herr, gib uns immer dieses Brot!
(Tr. xxv. in Joan) Er sagt nicht: Dass ihr Ihm glaubt, sondern: dass ihr an Ihn glaubt. Denn die Dämonen glaubten Ihm, aber glaubten nicht an Ihn; und wir glauben Paulus, aber glauben nicht an Paulus. An Ihn glauben heißt glauben, um zu lieben, glauben, um Ihn zu ehren, glauben, um zu Ihm zu gehen und eingegliederte Glieder Seines Leibes zu werden. Der Glaube, den Gott von uns verlangt, ist der, welcher durch die Liebe wirkt. Der Glaube wird zwar vom Apostel von den Werken unterschieden, der sagt: Dass der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt wird ohne die Werke des Gesetzes. (Röm 3,28) Aber die Werke, die gut erscheinen, ohne Glauben an Christus, sind es nicht wirklich, da sie nicht auf jenes Ziel bezogen sind, das sie gut macht. Denn Christus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt (Röm 10,4). Und deshalb wollte unser Herr den Glauben nicht von den Werken trennen, sondern sagte, dass der Glaube selbst das Tun des Werkes Gottes sei; Er sagt nicht: Das ist euer Werk, sondern: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an Ihn glaubt: damit, wer sich rühmt, sich im Herrn rühme.