
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 6
15 Da merkte Jesus, dass sie kommen und ihn ergreifen würden, um ihn zum König zu machen. Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein. 16 Als es Abend geworden war, gingen seine Jünger an den See hinab, 17 bestiegen ein Boot und fuhren auf die gegenüber liegende Seite des Sees nach Kafarnaum. Die Dunkelheit war schon eingetreten und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen. 18 Der See aber wurde unruhig, weil ein starker Wind blies. 19 Als sie etwa fünfundzwanzig oder dreißig Stadien gefahren waren, sahen sie Jesus über den See kommen und dem Boot sich nähern; und sie fürchteten sich. 20 Er aber rief ihnen zu: Ich bin es, fürchtet euch nicht! 21 Sie wollten ihn ins Boot aufnehmen, aber schon war das Boot am Ufer, auf das sie zugehalten hatten.
Der Bericht des Markus widerspricht dem nicht. Er sagt zwar, dass unser Herr den Jüngern zuerst befahl, in das Schiff zu steigen und vor Ihm über das Meer zu fahren, während Er die Menge entließ, und dass Er, als die Menge entlassen war, allein auf den Berg ging, um zu beten; während Johannes Sein Hinaufgehen allein auf den Berg an die erste Stelle setzt und dann sagt: Und als es nun Abend geworden war, gingen Seine Jünger zum Meer hinab. Aber es ist leicht zu sehen, dass Johannes das, was unser Herr vor Seinem Aufbruch zum Berg befohlen hatte, als später von den Jüngern getan berichtet.