
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 6
15 Da merkte Jesus, dass sie kommen und ihn ergreifen würden, um ihn zum König zu machen. Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein. 16 Als es Abend geworden war, gingen seine Jünger an den See hinab, 17 bestiegen ein Boot und fuhren auf die gegenüber liegende Seite des Sees nach Kafarnaum. Die Dunkelheit war schon eingetreten und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen. 18 Der See aber wurde unruhig, weil ein starker Wind blies. 19 Als sie etwa fünfundzwanzig oder dreißig Stadien gefahren waren, sahen sie Jesus über den See kommen und dem Boot sich nähern; und sie fürchteten sich. 20 Er aber rief ihnen zu: Ich bin es, fürchtet euch nicht! 21 Sie wollten ihn ins Boot aufnehmen, aber schon war das Boot am Ufer, auf das sie zugehalten hatten.
(Tr. xxv. 2) Doch Er, der fürchtete, zum König gemacht zu werden, war ein König; nicht von Menschen zum König gemacht (denn Er herrscht immer mit dem Vater, insofern Er der Sohn Gottes ist), sondern Er macht Menschen zu Königen: Dieses Sein Reich hatten die Propheten vorhergesagt. Christus machte durch Seine Menschwerdung die Gläubigen an Ihn zu Christen, d. h. zu Gliedern Seines Reiches, durch Sein Wort eingegliedert und erkauft. Und dieses Reich wird nach dem Gericht offenbar werden, wenn der Glanz Seiner Heiligen enthüllt wird. Die Jünger jedoch und die Menge, die an Ihn glaubten, dachten, Er sei gekommen, um jetzt zu herrschen; und so wollten sie Ihn mit Gewalt ergreifen, um Ihn zum König zu machen, wobei sie Seine Zeit vorwegnehmen wollten, die Er geheim hielt.