Beda Venerabilis
Catena Aurea · Johannesevangelium 6
15 Da merkte Jesus, dass sie kommen und ihn ergreifen würden, um ihn zum König zu machen. Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein. 16 Als es Abend geworden war, gingen seine Jünger an den See hinab, 17 bestiegen ein Boot und fuhren auf die gegenüber liegende Seite des Sees nach Kafarnaum. Die Dunkelheit war schon eingetreten und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen. 18 Der See aber wurde unruhig, weil ein starker Wind blies. 19 Als sie etwa fünfundzwanzig oder dreißig Stadien gefahren waren, sahen sie Jesus über den See kommen und dem Boot sich nähern; und sie fürchteten sich. 20 Er aber rief ihnen zu: Ich bin es, fürchtet euch nicht! 21 Sie wollten ihn ins Boot aufnehmen, aber schon war das Boot am Ufer, auf das sie zugehalten hatten.
Die Menge, die aus einem so großen Wunder schloss, dass Er barmherzig und mächtig sei, wollte Ihn zum König machen. Denn die Menschen haben es gern, einen barmherzigen König über sich herrschen zu lassen und einen mächtigen, der sie beschützt. Unser Herr erkannte dies und zog sich auf den Berg zurück: Als Jesus nun wahrnahm, dass sie kommen würden, um Ihn mit Gewalt zum König zu machen, zog Er sich wieder auf den Berg zurück, Er allein. Daraus entnehmen wir, dass unser Herr zuvor vom Berg herabgestiegen war, wo Er mit Seinen Jüngern saß, als Er die Menge kommen sah, und sie in der Ebene unten gespeist hatte. Denn wie hätte Er wieder auf den Berg hinaufsteigen können, wenn Er nicht von ihm herabgekommen wäre.