
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 5
24 Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen.
(Tr. xxii. s. 4. et sq.) Doch wer ist diese begünstigte Person? Wird es jemanden geben, der besser ist als der Apostel Paulus, der sagt: Wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi erscheinen? (1 Kor 6) Nun bedeutet Gericht manchmal Strafe, manchmal Prüfung. Im Sinne von Prüfung müssen wir alle vor dem Richterstuhl Christi erscheinen; im Sinne von Verdammnis lesen wir, dass einige nicht ins Gericht kommen; d. h. nicht verdammt werden. Es folgt: sondern ist vom Tod ins Leben hinübergegangen: nicht, geht jetzt hinüber, sondern ist vom Tod des Unglaubens ins Leben des Glaubens hinübergegangen, vom Tod der Sünde zum Leben der Gerechtigkeit. Oder es wird vielleicht so gesagt, um zu verhindern, dass wir annehmen, der Glaube würde uns vom leiblichen Tod befreien, jener Strafe, die wir für Adams Übertretung zahlen müssen. Er, in dem wir alle damals waren, hörte das göttliche Urteil: Du sollst gewiss sterben; (Gen 2) und wir können ihm nicht entgehen. Aber wenn wir den Tod des alten Menschen erlitten haben, werden wir das Leben des neuen empfangen und durch den Tod einen Übergang zum Leben machen. Aber zu welchem Leben? (Tr. xix.). Zum ewigen Leben: die Toten werden am Ende der Welt auferstehen und ins ewige Leben eingehen. (Tr. xxii.). Denn dieses Leben verdient nicht den Namen Leben; nur jenes Leben ist wahr, das ewig ist.