
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 5
19 Da antwortete ihnen Jesus: Amen, amen, ich sage euch: Der Sohn kann von sich aus nichts tun, was er nicht den Vater tun sieht. Denn was jener tut, das tut der Sohn in gleicher Weise. 20 Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er selbst tut. Und er wird ihm noch größere Werke als diese zeigen, sodass ihr euch wundern werdet.
(Tr. xx. 4) Als ob Er sagte: Warum ärgert ihr euch, dass Ich Gott meinen Vater nannte und Mich Gott gleich mache? Ich bin gleich, aber gleich in einem Sinne, der damit vereinbar ist, dass Er Mich gezeugt hat; dass Ich von Ihm bin, nicht Er von Mir. Beim Sohn sind Sein und Macht ein und dasselbe. Da die Substanz des Sohnes vom Vater ist, ist auch die Macht des Sohnes vom Vater; und wie der Sohn nicht von sich selbst ist, so kann Er auch nicht von sich selbst. Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, was Er den Vater tun sieht. – (xxi. 4). Sein Sehen und sein Geborensein vom Vater sind dasselbe. Sein Sehen ist nicht von seiner Substanz verschieden, sondern das Ganze ist vom Vater.