Origenes
Catena Aurea · Johannesevangelium 4
31 Unterdessen baten ihn die Jünger: Rabbi, iss! 32 Er aber sagte zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt. 33 Da sagten die Jünger untereinander: Es hat ihm doch niemand etwas zu essen gebracht? 34 Jesus sagte zu ihnen: Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu Ende zu führen.
(tom. xiii. c. 31) Nachdem die Sache des geistlichen Trankes und des lebendigen Wassers erklärt ist, folgt das Thema der Speise. Jesus hatte die Frau von Samaria gebeten, und sie konnte ihm keine geben, die gut genug war. Dann kamen die Jünger, die unter den Leuten des Landes einige bescheidene Speise erworben hatten, und boten sie ihm an, indem sie ihn baten zu essen. Sie fürchten vielleicht, dass das Wort Gottes, seiner eigenen rechten Nahrung beraubt, in ihnen versage; und deshalb schlagen sie sogleich vor, ihn mit dem zu speisen, was sie gefunden haben, damit er, bestätigt und gestärkt, bei seinen Ernährern bleibe. Seelen brauchen Nahrung ebenso wie Körper. Und wie Körper verschiedene Arten davon und in verschiedenen Mengen brauchen, so ist es auch bei den Dingen, die über dem Körper stehen. (Hebr. 5,12) Seelen unterscheiden sich in der Fassungskraft, und die eine braucht mehr Nahrung, die andere weniger. So passt auch hinsichtlich der Qualität dieselbe Nahrung aus Worten und Gedanken nicht allen. Neugeborene Säuglinge brauchen die Milch des Wortes; die Erwachsenen feste Speise. Unser Herr sagt: Ich habe eine Speise zu essen. Denn wer über den Schwachen steht, die nicht dasselbe mit den Stärkeren schauen können, kann immer so sprechen.