Origenes
Catena Aurea · Johannesevangelium 4
31 Unterdessen baten ihn die Jünger: Rabbi, iss! 32 Er aber sagte zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt. 33 Da sagten die Jünger untereinander: Es hat ihm doch niemand etwas zu essen gebracht? 34 Jesus sagte zu ihnen: Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu Ende zu führen.
(tom. xiii. c. 6) Passende Speise für den Sohn Gottes, der so gehorsam gegenüber dem Vater war, dass in ihm derselbe Wille war wie im Vater: nicht zwei Willen, sondern ein Wille in beiden. Der Sohn ist fähig, zuerst den ganzen Willen des Vaters zu erfüllen. Andere Heilige tun nichts gegen den Willen des Vaters; er tut diesen Willen. Das ist seine Speise im besonderen Sinne. Und was bedeutet: Sein Werk zu vollenden? Es scheint leicht zu sagen, dass ein Werk das sei, was von dem angeordnet wurde, der es aufgetragen hat; wie wenn Menschen zum Bauen oder Graben eingesetzt werden. Aber einige, die tiefer fragen, ob ein vollendetes Werk nicht impliziert, dass es zuvor unvollständig war; und ob Gott ursprünglich ein unvollständiges Werk machen konnte? Die Vollendung des Werkes ist die Vollendung eines vernünftigen Geschöpfes: denn um dieses Werk zu vollenden, das noch unvollkommen war, kam das fleischgewordene Wort.