
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 4
19 Die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. 20 Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet, aber ihr sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss. 21 Jesus sagte zu ihr: Glaub mir, Frau, es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. 22 Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn das Heil kommt von den Juden. 23 Aber es kommt die Stunde und sie ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden. Denn solche Anbeter sucht der Vater. 24 Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.
(Tr. xv. c. 23) Und sie beginnt Nachforschungen über einen Gegenstand, der sie verwirrte: Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet; und ihr sagt, dass in Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten müsse. Dies war ein großer Streit zwischen den Samaritanern und den Juden. Die Juden beteten im Tempel an, der von Salomo erbaut wurde, und machten dies zu einem Grund, sich über die Samaritaner zu rühmen. Die Samaritaner antworteten: Warum rühmt ihr euch, weil ihr einen Tempel habt, den wir nicht haben? Haben unsere Väter, die Gott gefielen, in jenem Tempel angebetet? Ist es nicht besser, Gott auf diesem Berg anzubeten, wo unsere Väter angebetet haben?