
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 4
13 Jesus antwortete ihr: Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen. 14 Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird in Ewigkeit nicht mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle werden, deren Wasser in das ewige Leben sprudelt. 15 Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher zu kommen brauche, um zu schöpfen. 16 Er sagte zu ihr: Geh, ruf deinen Mann und komm wieder her! 17 Die Frau antwortete: Ich habe keinen Mann. Jesus sagte zu ihr: Du hast richtig gesagt: Ich habe keinen Mann. 18 Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Da hast du die Wahrheit gesagt.
(Tr. xv. c. 16) Was in der Tat sowohl für materielles Wasser gilt als auch für das, wovon es das Sinnbild ist. Denn das Wasser im Brunnen ist die Lust der Welt, jener Aufenthalt der Finsternis. Die Menschen schöpfen es mit dem Wasserkrug ihrer Begierden; die Lust wird nicht geschätzt, es sei denn, ihr geht die Begierde voraus. Und wenn ein Mensch diese Lust genossen hat, d. h. von dem Wasser getrunken hat, dürstet ihn wieder; aber wenn er Wasser von Mir empfangen hat, wird er niemals Durst bekommen. Denn wie sollten die dürsten, die von der Fülle des Hauses Gottes trunken sind? (Ps. 36:8.) Aber Er verhieß diese Fülle des Heiligen Geistes.