Origenes
Catena Aurea · Johannesevangelium 4
7 Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken! 8 Seine Jünger waren nämlich in die Stadt gegangen, um Lebensmittel einzukaufen. 9 Da sagte die Samariterin zu ihm: Wie kannst du, ein Jude, von mir, einer Samariterin, zu trinken verlangen? Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern. 10 Jesus antwortete ihr: Wenn du die Gabe Gottes kennen würdest und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. 11 Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief. Woher hast du also das lebendige Wasser? 12 Du bist doch nicht größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen geschenkt und selbst daraus getrunken hat samt seinen Kindern und seinen Herden?
(tom. xiv. in Joan) Denn es ist gleichsam eine Lehre, dass niemand eine göttliche Gabe empfängt, der nicht danach sucht. Sogar der Erlöser selbst wird vom Vater aufgefordert zu bitten, damit er sie ihm gebe, wie wir lesen: Fordere von mir, und ich will dir die Heiden zum Erbe geben. (Ps. 2,8) Und unser Erlöser selbst sagt: Bittet, und es wird euch gegeben werden. (Lk 11,9) Deshalb sagt er hier nachdrücklich: Du würdest ihn gebeten haben, und er hätte dir gegeben.