
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 4
1 Als Jesus erfuhr, dass den Pharisäern zu Ohren gekommen war, er gewinne und taufe mehr Jünger als Johannes -- 2 doch taufte Jesus nicht selbst, sondern seine Jünger --, 3 verließ er Judäa und begab sich wieder nach Galiläa. 4 Er musste aber durch Samarien reisen. 5 So kam er zu einer Stadt in Samarien namens Sychar in der Nähe des Grundstücks, das Jakob seinem Sohn Josef geschenkt hatte. 6 Dort war der Jakobsbrunnen. Jesus, müde von der Wanderung, ließ sich am Brunnen nieder. Es war ungefähr die sechste Stunde.
(Tr. xv. c. 2) Wäre das Wissen der Pharisäer, dass unser Herr mehr Jünger machte und mehr taufte als Johannes, wirklich so gewesen, dass es sie von Herzen dazu geführt hätte, Ihm nachzufolgen, so hätte Er Judäa nicht verlassen, sondern wäre um ihretwillen geblieben; da Er aber sah, dass dieses Wissen von Ihm mit Neid verbunden war und sie nicht zu Nachfolgern, sondern zu Verfolgern machte, zog Er sich von dort zurück. Er hätte, wenn es Ihm gefallen hätte, auch bei ihnen bleiben und ihren Händen entgehen können; aber Er wollte den Gläubigen für die Zukunft Sein eigenes Beispiel zeigen, dass es keine Sünde für einen Diener Gottes ist, vor der Wut der Verfolger zu fliehen. Er tat es wie ein guter Lehrer, nicht aus Furcht um Sich selbst, sondern zu unserer Unterweisung.