
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 21
19 Das sagte er, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir! 20 Petrus wandte sich um und sah den Jünger, den Jesus liebte, nachkommen, denselben, der auch bei dem Mahl an seiner Brust gelegen und gesagt hatte: Herr, wer ist der, der dich verrät? 21 Als Petrus ihn sah, fragte er Jesus: Herr, was soll mit ihm werden? 22 Jesus antwortete ihm: Wenn ich will, dass er am Leben bleibt, bis ich komme, was geht das dich an? Du aber folgst mir! 23 Daher verbreitete sich unter den Brüdern die Ansicht: Jener Jünger stirbt nicht. Jesus aber hatte nicht zu ihm gesagt: Er wird nicht sterben, sondern: Wenn ich will, dass er am Leben bleibt, bis ich komme, was geht dich das an!
(Tract. cxxiv) Er nennt sich selbst den Jünger, den Jesus liebte, weil Jesus eine größere und vertrautere Liebe zu ihm hatte als zu den übrigen; so dass Er ihn beim Abendmahl an Seiner Brust liegen ließ. Auf diese Weise empfiehlt Johannes umso mehr die göttliche Erhabenheit jenes Evangeliums, das er predigte. Einige meinen, und es sind keine verächtlichen Schriftkommentatoren, dass der Grund, warum Johannes mehr als die übrigen geliebt wurde, darin lag, dass er von Jugend auf in vollkommener Keuschheit gelebt hatte. Da ging dieses Wort unter die Brüder aus, dass jener Jünger nicht sterben sollte: doch Jesus sagte nicht zu ihm: Er soll nicht sterben; sondern: Wenn Ich will, dass er bleibt, bis Ich komme, was geht das dich an?