
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 2
5 Da sagte seine Mutter zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! 6 Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge für die bei den Juden übliche Reinigung; sie fassten ungefähr hundert Liter. 7 Jesus sagt zu ihnen: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. 8 Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem Tafelmeister. Sie brachten es ihm. 9 Als aber der Tafelmeister von dem zu Wein gewordenen Wasser gekostet hatte, ohne von seiner Herkunft zu wissen -- die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es --, rief der Tafelmeister den Bräutigam herbei 10 und sagte zu ihm: Jedermann setzt zuerst den guten Wein vor, und wenn sie trunken sind, den geringeren. Du hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. 11 Damit begann Jesus seine Zeichen in Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn.
(de Cons. Evang. l. ii c. xvii. [38.]) Wenn sie nun zum ersten Mal an ihn glaubten, waren sie keine Jünger, als sie zur Hochzeit kamen. Dies ist jedoch eine Redeweise, wie wenn man sagt, dass der Apostel Paulus in Tarsus in Kilikien geboren wurde; damit ist nicht gemeint, dass er damals ein Apostel war. In gleicher Weise sollten wir, wenn wir hören, dass die Jünger Christi zur Hochzeit eingeladen wurden, darunter nicht bereits Jünger verstehen, sondern solche, die Jünger werden sollten.