Beda Venerabilis
Catena Aurea · Johannesevangelium 2
1 Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei. 2 Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen. 3 Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. 4 Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
(Hom. 2d Sund. after Epiph.) Seine Herablassung, indem Er zur Hochzeit kam, und das Wunder, das Er dort wirkte, sind, selbst wenn man sie nur nach dem Buchstaben betrachtet, eine starke Bestätigung des Glaubens. Darin werden auch die Irrtümer des Tatian, Marcion und anderer verurteilt, die die Ehre der Ehe schmälern. Denn wenn das unbefleckte Bett und die mit gebührender Keuschheit gefeierte Ehe irgendwie an Sünde teilhätten, wäre unser Herr niemals zu einer solchen gekommen. Wo doch jetzt, da die eheliche Keuschheit gut, die Enthaltsamkeit der Witwen besser, die Vollkommenheit des Jungfrauenstandes am besten ist, Er es würdigte, alle diese Stufen zu sanktionieren, aber das Verdienst jeder zu unterscheiden: Er wurde geboren aus dem reinen Schoß der Jungfrau; wurde nach der Geburt durch die prophetische Stimme der Witwe Anna gesegnet; und jetzt im Mannesalter zur Feier einer Hochzeit eingeladen, ehrt Er auch diese durch die Gegenwart Seiner Güte.