
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 19
38 Danach bat Jesus von Arimathäa, der ein Jünger Jesu war, freilich aus Furcht vor den Juden nur im Geheimen, Pilatus um die Erlaubnis, den Leichnam Jesu abzunehmen. Pilatus erlaubte es. Sie kamen also und nahmen seinen Leichnam ab. 39 Aber auch Nikodemus kam, der vormals bei Nacht zu ihm gekommen war, und brachte eine Mischung von Myrrhe und Aloe, etwa einhundert Pfund. 40 Sie nahmen den Leichnam Jesu und umwickelten ihn samt den wohlriechenden Ölen mit Leinenbinden, wie es bei den Juden Begräbnissitte ist. 41 An dem Ort, wo er gekreuzigt worden war, befand sich ein Garten und in dem Garten ein neues Grab, in dem noch niemand bestattet worden war. 42 Wegen des Rüsttages der Juden und weil das Grab in der Nähe war, setzten sie Jesus dort bei.
(de Con. Evang. iii. 23) Auch widerspricht Johannes hier nicht den anderen Evangelisten, die, obwohl sie über Nikodemus schweigen, doch nicht behaupten, dass unser Herr allein von Joseph begraben wurde. Und weil sie sagen, dass unser Herr von Joseph in ein Leinentuch gewickelt wurde, sagen sie nicht, dass nicht noch andere Leinentücher von Nikodemus hinzugebracht worden sein könnten; so dass Johannes recht hat, wenn er nicht sagt „in ein einziges Tuch“, sondern „in Leinentücher“. Ja mehr noch: Das Schweißtuch, das um sein Haupt war, und die Binden, die um seinen Leib gebunden waren, waren alle aus Leinen, obwohl es nur ein Leinentuch gab, kann er doch gesagt haben, er sei in Leinentücher gewickelt worden: Leinentücher im allgemeinen Sinne genommen, als alles umfassend, was aus Leinen gemacht war.