
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 19
28 Danach, im Wissen, dass alles vollbracht war, sagte Jesus, damit sich die Schrift erfüllte: Ich habe Durst! 29 Ein Gefäß mit Essig stand da. Sie steckten einen mit Essig gefüllten Schwamm auf einen Ysopstängel und führten ihn an seinen Mund. 30 Als Jesus den Essig genommen hatte, sagte er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und gab den Geist auf.
(Tr. cxix.) Er, der als Mensch erschien, erlitt all dies; Er, der Gott war, ordnete es: Danach, da Jesus wusste, dass alles schon vollbracht war; d. h. da Er die Prophezeiung in den Psalmen kannte: Und als ich dürstete, gaben sie mir Essig zu trinken, (Ps. 68) sprach Er: Mich dürstet: Als wollte Er sagen: Ihr habt nicht alles getan (minus): gebt mir euch selbst; denn die Juden waren selbst Essig, da sie vom Wein der Patriarchen und Propheten abgefallen waren. Nun stand ein Gefäß voll Essig da: sie hatten aus der Bosheit der Welt getrunken wie aus einem vollen Gefäß, und ihr Herz war trügerisch, gleichsam ein Schwamm voller Höhlen und krummer Verstecke: Und sie füllten einen Schwamm mit Essig und steckten ihn auf Ysop und hielten ihn an seinen Mund.