
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 19
24 Da sagten sie zueinander: Wir wollen ihn nicht zerteilen, sondern darum losen, wem er gehören soll. So sollte sich das Schriftwort erfüllen: Sie haben meine Kleider unter sich verteilt und um mein Gewand das Los geworfen. So also machten es die Soldaten. 25 Bei dem Kreuz Jesu standen aber seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. 26 Als Jesus die Mutter und den Jünger, den er liebte, dastehen sah, sagte er zur Mutter: Frau, da ist dein Sohn! 27 Dann sagt er zu dem Jünger: Da ist deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
(de Con. Ev. iii. 21) Wenn Matthäus und Markus nicht namentlich Maria Magdalena erwähnt hätten, hätten wir gedacht, dass es zwei Gruppen gab, von denen eine fern stand und die andere nahe. Aber wie sollen wir erklären, dass dieselbe Maria Magdalena und die anderen Frauen fern standen, wie Matthäus und Markus sagen, und nahe beim Kreuz waren, wie Johannes sagt? Indem wir annehmen, dass sie in einer solchen Entfernung waren, dass sie in Sichtweite unseres Herrn waren und doch weit genug entfernt, um aus dem Weg der Menge, des Hauptmanns und der Soldaten zu sein, die unmittelbar um Ihn waren. Oder wir können annehmen, dass sie sich, nachdem unser Herr seine Mutter dem Jünger anvertraut hatte, zurückzogen, um aus dem Weg der Menge zu sein, und das, was danach geschah, aus der Ferne sahen; so dass jene Evangelisten, die sie erst nach dem Tod unseres Herrn erwähnen, sie als fern stehend beschreiben. (Matthäus und Markus.) Dass einige Frauen von allen gleichermaßen erwähnt werden, andere nicht, macht nichts aus.