Alkuin
Catena Aurea · Johannesevangelium 18
28 Sie brachten nun Jesus von Kajaphas in das Prätorium; es war früh am Morgen. Sie selbst gingen nicht in das Prätorium hinein, um nicht unrein zu werden, sondern das Paschamahl essen zu können. 29 Pilatus kam zu ihnen heraus und sagte: Was für eine Anklage habt ihr gegen diesen Menschen vorzubringen? 30 Sie antworteten ihm: Wenn er kein Verbrecher wäre, hätten wir ihn dir nicht ausgeliefert. 31 Da sagte Pilatus zu ihnen: Nehmt ihr ihn und richtet ihn nach euerem Gesetz! Die Juden antworteten ihm: Wir haben nicht das Recht, jemand hinzurichten. 32 So sollte sich das Wort Jesu erfüllen, mit dem er angedeutet hatte, auf welche Weise er sterben werde.
Das Pascha war streng genommen der vierzehnte Tag des Monats, der Tag, an dem das Lamm am Abend geschlachtet wurde: die sieben folgenden Tage wurden Tage der ungesäuerten Brote genannt, an denen nichts Gesäuertes in ihren Häusern gefunden werden durfte. Doch finden wir den Tag des Pascha unter den Tagen der ungesäuerten Brote gezählt: Am ersten Tag der ungesäuerten Brote kamen die Jünger zu Jesus und sprachen zu Ihm: Wo willst Du, dass wir Dir das Pascha bereiten zum Essen? (Mat. 26:17) Und hier ebenso: Damit sie das Pascha essen könnten; wobei das Pascha hier nicht das Opfer des Lammes bezeichnet, das am vierzehnten Tag am Abend stattfand, sondern das große Fest, das am fünfzehnten Tag nach dem Opfer des Lammes gefeiert wurde. Unser Herr hielt wie die übrigen Juden das Pascha am vierzehnten Tag: am fünfzehnten Tag, als das große Fest gefeiert wurde, wurde Er gekreuzigt. Seine Opferung jedoch begann am vierzehnten Tag, von der Zeit an, als Er im Garten gefangen genommen wurde.