
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 18
15 Simon Petrus und ein anderer Jünger folgten Jesus. Jener Jünger war mit dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesus in den Palasthof des Hohenpriesters hinein. 16 Petrus aber blieb draußen an der Tür stehen. Da kam der andere Jünger, der mit dem Hohenpriester bekannt war, heraus, sprach mit der Türhüterin und holte Petrus hinein. 17 Da sagte die Magd, die Türhüterin, zu Petrus: Bist du nicht auch einer von den Jüngern dieses Menschen? Er antwortete: Ich bin es nicht. 18 Die Knechte und die Diener aber hatten sich, weil es kalt war, ein Kohlenfeuer gemacht und standen da und wärmten sich. Auch Petrus stand bei ihnen und wärmte sich.
(Tr. cxiii) Aber was Wunder, wenn Gott wahr vorhersagte, der Mensch aber falsch vermutete. Bezüglich dieser Verleugnung des Petrus sollten wir bemerken, dass Christus nicht nur von dem verleugnet wird, der leugnet, dass er Christus ist, sondern auch von dem, der leugnet, ein Christ zu sein. Denn der Herr sagte nicht zu Petrus: Du wirst leugnen, dass du mein Jünger bist, sondern: Du wirst mich verleugnen. (Lk 22,34) Er verleugnete ihn also, als er leugnete, sein Jünger zu sein. Und was war das anderes, als zu leugnen, dass er ein Christ sei? Wie viele danach, sogar Knaben und Mädchen, vermochten den Tod zu verachten, Christus zu bekennen und mutig in das Himmelreich einzugehen; was der, der die Schlüssel des Himmelreichs empfing, nun nicht vermochte? Worin wir den Grund für sein obiges Wort sehen: Lasst diese gehen, denn von denen, die du mir gegeben hast, habe ich keinen verloren. Wäre Petrus unmittelbar nach der Verleugnung Christi aus dieser Welt geschieden, hätte er verloren gehen müssen.