
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 16
5 Jetzt aber gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du? 6 Sondern weil ich euch das gesagt habe, hat die Traurigkeit euer Herz erfüllt. 7 Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen. Wenn ich aber weggehe, werde ich ihn zu euch senden. 8 Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen öffnen über Sünde, Gerechtigkeit und Gericht. 9 Über Sünde, weil sie nicht an mich glauben; 10 über Gerechtigkeit, weil ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; 11 über Gericht, weil der Fürst der Welt gerichtet ist.
(Tr. xcv. 1) Aber wie kommt es, dass Christus die Welt nicht überführte? Etwa weil Christus nur unter den Juden sprach, während der Heilige Geist, in Seine Jünger über die ganze Welt ausgegossen, nicht nur eine Nation überführte, sondern die Welt? Aber wer würde zu sagen wagen, dass der Heilige Geist die Welt durch die Jünger Christi überführte und Christus nicht, wo doch der Apostel ausruft: Sucht ihr einen Beweis, dass Christus in mir spricht? (2 Kor. 13,3 Vulg.) Die also der Heilige Geist überführt, überführt auch Christus. Er wird die Welt überführen, bedeutet: Er wird Liebe in eure Herzen ausgießen, so dass, wenn die Furcht ausgetrieben ist, ihr frei seid zu überführen. Er erklärt dann, was Er gesagt hat: Von der Sünde, weil sie nicht an Mich geglaubt haben. Er nennt dies als die Sünde über allen anderen, weil, solange sie bleibt, die anderen festgehalten werden, wenn sie weicht, die anderen nachgelassen werden.