
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 16
5 Jetzt aber gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du? 6 Sondern weil ich euch das gesagt habe, hat die Traurigkeit euer Herz erfüllt. 7 Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen. Wenn ich aber weggehe, werde ich ihn zu euch senden. 8 Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen öffnen über Sünde, Gerechtigkeit und Gericht. 9 Über Sünde, weil sie nicht an mich glauben; 10 über Gerechtigkeit, weil ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; 11 über Gericht, weil der Fürst der Welt gerichtet ist.
(i. de Trin. c. 9.) Dies sagt Er nicht wegen einer Ungleichheit zwischen dem Wort Gottes und dem Heiligen Geist, sondern weil die Gegenwart des Menschensohnes unter ihnen das Kommen des Letzteren behindern würde. Denn der Heilige Geist erniedrigte Sich nicht wie der Sohn, indem Er die Gestalt eines Knechtes annahm. Es war daher notwendig, dass die Gestalt des Knechtes aus ihren Augen entfernt wurde; denn solange sie diese ansahen, dachten sie, Christus sei nicht mehr als das, was sie in Ihm sahen. So folgt: Aber wenn Ich weggehe, werde Ich Ihn zu euch senden.