
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 15
17 Dies trage ich euch auf: dass ihr einander liebt. 18 Wenn die Welt euch hasst, so bedenkt, dass sie mich schon vor euch gehasst hat. 19 Gehörtet ihr zur Welt, würde die Welt euch als ihr Eigentum lieben. Weil ihr aber nicht zur Welt gehört, sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. 20 Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, so werden sie auch das euere halten. 21 Das alles werden sie euch um meines Namens willen antun, weil sie den nicht kennen, der mich gesandt hat.
(Tract. lxxxviii. 2) Dies alles, nämlich was Er erwähnt hatte, dass die Welt sie hassen, verfolgen, ihr Wort verachten würde. Um meines Namens willen, d. h. in euch werden sie mich hassen, in euch mich verfolgen, euer Wort werden sie nicht halten, weil es das meine ist. Diejenigen, die dies um Seines Namens willen tun, sind ebenso elend, wie diejenigen, die es erleiden, selig sind: außer wenn sie es auch den Gottlosen antun; denn dann sind sowohl die, die es tun, als auch die, die es erleiden, elend. Aber wie tun sie all dies um Seines Namens willen, wenn sie nichts um Christi Namens willen tun, d. h. um der Gerechtigkeit willen? Wir werden diese Schwierigkeit beseitigen, wenn wir die Worte auf die Gerechten anwenden; als ob es hieße: All dies werdet ihr von ihnen erleiden um meines Namens willen. Wenn „um meines Namens willen“ dies bedeutet, d. h. meinen Namen, den sie in euch hassen, die Gerechtigkeit, die sie in euch hassen; von den Guten, wenn sie die Gottlosen verfolgen, kann in gleicher Weise gesagt werden, dass sie es sowohl um der Gerechtigkeit willen tun, die sie lieben, welche Liebe ihr Beweggrund beim Verfolgen ist, als auch um der Ungerechtigkeit willen, der Ungerechtigkeit der Gottlosen, die sie hassen. Weil sie den nicht kennen, der mich gesandt hat, d. h. nicht kennen gemäß jener Erkenntnis, von der gesagt wird: Dich kennen ist vollkommene Gerechtigkeit. (Weish 15,3)