
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 15
12 Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe. 13 Eine größere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben für seine Freunde hingibt. 14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. 15 Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch habe ich Freunde genannt, weil ich euch alles mitgeteilt habe, was ich von meinem Vater gehört habe. 16 Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und euch dazu bestimmt, dass ihr geht und Frucht bringt und dass euere Frucht bleibt, damit der Vater euch gibt, was immer ihr von ihm in meinem Namen erbittet.
(viii. de Trin. c. viii) Aus ein und derselben Liebe lieben wir Gott und unseren Nächsten; aber Gott um seiner selbst willen, den Nächsten um Gottes willen. So dass, da es zwei Gebote der Liebe gibt, an denen das ganze Gesetz und die Propheten hängen, Gott zu lieben und den Nächsten zu lieben, die Schrift sie oft zu einem Gebot vereint. Denn wenn ein Mensch Gott liebt, folgt daraus, dass er tut, was Gott gebietet, und wenn dem so ist, dass er seinen Nächsten liebt, da Gott dies geboten hat. Deshalb fährt Er fort: Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.