
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 15
12 Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe. 13 Eine größere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben für seine Freunde hingibt. 14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. 15 Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch habe ich Freunde genannt, weil ich euch alles mitgeteilt habe, was ich von meinem Vater gehört habe. 16 Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und euch dazu bestimmt, dass ihr geht und Frucht bringt und dass euere Frucht bleibt, damit der Vater euch gibt, was immer ihr von ihm in meinem Namen erbittet.
(Tract. lxxxiii. 3) Wo also Liebe ist, was kann da fehlen? Wo sie nicht ist, was kann da nützen? Doch diese Liebe unterscheidet sich von der Liebe der Menschen zueinander als Menschen dadurch, dass hinzugefügt wird: Wie ich euch geliebt habe. Zu welchem Zweck liebte Christus uns, wenn nicht, damit wir mit Ihm herrschen? Lasst uns daher einander so lieben, dass unsere Liebe sich von der anderer Menschen unterscheidet; die einander nicht lieben, damit Gott geliebt werde, weil sie in Wahrheit überhaupt nicht lieben. Diejenigen, die einander lieben, um Gott in sich zu haben, lieben einander wahrhaft.