
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 14
27 Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht so, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht. 28 Ihr habt gehört, dass ich zu euch gesagt habe: Ich gehe fort und komme wieder zu euch. Liebtet ihr mich, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. 29 Schon jetzt habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, glaubt. 30 Ich werde nicht mehr viel mit euch reden. Denn der Fürst der Welt kommt. Gegen mich vermag er nichts, 31 aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie mir der Vater aufgetragen hat. Steht auf, wir wollen weggehen von hier.
(Tract. lxxix. 1) Aber ist nicht die Zeit des Glaubens vor dem Eintreten einer Sache? Ist es nicht das Lob des Glaubens, dass er glaubt, was er nicht sieht? nach dem, was unten zu Thomas gesagt wird: Weil du gesehen hast, hast du geglaubt. Er sah eines, glaubte ein anderes: was er sah, war der Mensch, was er glaubte, war Gott. Und wenn man von Glauben in Bezug auf gesehene Dinge sprechen kann, wie wenn wir sagen, dass wir unseren Augen glauben; so ist es doch kein reifer Glaube, sondern nur eine Vorbereitung auf unseren Glauben an das, was wir nicht sehen. Als es geschehen war; dann sagt er, weil sie nach seinem Tod ihn wieder lebendig sehen würden und zum Vater aufsteigend; welcher Anblick sie überzeugen würde, dass er der Christus, der Sohn Gottes war; fähig, so Großes zu tun und vorherzusagen. Welcher Glaube jedoch kein neuer wäre, sondern nur ein gewachsener; oder ein Glaube, der bei seinem Tod versagt hatte und durch seine Auferstehung erneuert wurde.