
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 14
22 Judas, nicht der Iskariot, sagte zu ihm: Herr, was ist geschehen, dass du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt? 23 Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten und mein Vater wird ihn lieben; wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. 24 Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat. 25 Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. 26 Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. 27 Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht so, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht.
(Tract. lxxvi. 2) Die Liebe unterscheidet die Heiligen von der Welt: sie macht die Menschen eines Sinnes in einem Hause; in diesem Hause nehmen der Vater und der Sohn Wohnung; die jene Liebe denen geben, denen sie sich am Ende offenbaren werden. Denn es gibt eine gewisse innere Offenbarung Gottes, die den Gottlosen unbekannt ist, denen keine Offenbarung des Vaters und des Heiligen Geistes zuteil wird, und nur des Sohnes im Fleische sein konnte; welche letztere Offenbarung nicht wie die erstere ist, da sie nur für eine kurze Zeit, nicht für immer, zum Gericht, nicht zur Freude, zur Strafe, nicht zum Lohn. Und Wir werden zu ihm kommen: Sie kommen zu uns, indem wir zu Ihnen gehen; Sie kommen durch Hilfe, wir gehen durch Gehorsam; Sie kommen durch Erleuchtung, wir gehen durch Betrachtung; Sie kommen durch Erfüllung, wir gehen durch Festhalten: so ist Ihre Offenbarung an uns nicht äußerlich, sondern innerlich; Ihr Wohnen in uns nicht vorübergehend, sondern ewig. Es folgt: Und Wohnung bei ihm machen.