
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 14
22 Judas, nicht der Iskariot, sagte zu ihm: Herr, was ist geschehen, dass du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt? 23 Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten und mein Vater wird ihn lieben; wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. 24 Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat. 25 Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. 26 Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. 27 Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht so, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht.
(Tract. lxxvi. 1) Nachdem unser Herr gesagt hatte: Noch eine kleine Weile, und die Welt sieht Mich nicht mehr; ihr aber werdet Mich sehen: fragt Judas, nicht der Verräter mit dem Beinamen Iskariot, sondern der, dessen Brief unter den kanonischen Schriften gelesen wird, nach Seiner Bedeutung: Judas sagt zu Ihm, nicht Iskariot: Herr, wie kommt es, dass Du Dich uns offenbaren willst und nicht der Welt? Unser Herr erklärt in Seiner Antwort, warum Er sich Seinen eigenen und nicht den Fremden offenbart, nämlich weil die einen Ihn lieben, die anderen nicht. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand Mich liebt, wird er Meine Worte halten.