
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 14
1 Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich! 2 Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen. Wäre es nicht so, hätte ich es euch dann gesagt: Ich gehe, um euch einen Platz zu bereiten? 3 Und wenn ich gegangen bin und euch einen Platz bereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin. 4 Und wohin ich gehe -- den Weg dorthin kennt ihr.
(Tract. lxviii. 1) Aber warum geht Er hin und bereitet eine Stätte, wenn es bereits viele Wohnungen gibt? Weil diese noch nicht so bereitet sind, wie sie sein werden. Dieselben Wohnungen, die Er durch Vorherbestimmung bereitet hat, bereitet Er durch Wirken. Sie sind bereits bereitet hinsichtlich der Vorherbestimmung; wären sie es nicht, hätte Er gesagt: Ich will hingehen und eine Stätte für euch bereiten, d. h. vorherbestimmen; aber da sie noch nicht bereitet sind hinsichtlich des Wirkens, sagt Er: Und wenn Ich hingehe und euch eine Stätte bereite. Und jetzt bereitet Er Wohnungen, indem Er Bewohner für sie bereitet. Wenn Er nämlich sagt: Im Hause Meines Vaters sind viele Wohnungen, was glauben wir, ist das Haus Gottes anderes als der Tempel Gottes, von dem der Apostel sagt: Der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr. (1 Kor 3,17) Dieses Haus Gottes wird also jetzt gebaut, jetzt bereitet. (c. 3.) Aber warum ist Er weggegangen, um es zu bereiten, wenn Er uns bereitet? Wenn Er uns verlässt, wie kann Er uns dann bereiten? Der Sinn ist, dass, damit jene Wohnungen bereitet werden, die Gerechten aus dem Glauben leben müssen; und wenn du siehst, gibt es keinen Glauben. Er gehe also weg, damit Er nicht gesehen werde; Er sei verborgen, damit Er geglaubt werde. Dann wird eine Stätte bereitet, wenn du aus dem Glauben lebst; der Glaube begehre, damit das Begehren genieße. Wenn du Ihn recht verstehst, verlässt Er niemals den Ort, von dem Er kam, noch den, von dem Er geht. Er geht, wenn Er sich dem Anblick entzieht, Er kommt, wenn Er erscheint. Aber wenn Er nicht in Macht bleibt, damit wir in Güte wachsen, wird uns keine Stätte des Glücks bereitet werden.