Origenes
Catena Aurea · Johannesevangelium 13
21 Nach diesen Worten war Jesus in seinem Inneren erschüttert und betonte: Amen, amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten. 22 Da sahen sich die Jünger gegenseitig an, weil sie nicht wussten, wen er meinte. 23 Einer von seinen Jüngern lag bei Tisch an der Seite Jesu; es war der, den Jesus liebte. 24 Simon Petrus winkte ihm zu, er solle fragen, wen Jesus meine. 25 Der lehnte sich zurück an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist es? 26 Da antwortete Jesus: Der ist es, dem ich den Bissen eintauchen und geben werde. Darauf tauchte er den Bissen ein, nahm ihn und gab ihn Judas, dem Sohn des Simon Iskariot. 27 Nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Jesus sagte zu ihm: Was du tun willst, das tue bald! 28 Aber keiner der Tischgenossen verstand, warum er ihm das sagte. 29 Denn da Judas die Kasse führte, meinten einige, Jesus sage zu ihm: Kaufe, was wir für das Fest brauchen!, oder er solle den Armen etwas geben. 30 Als jener den Bissen genommen hatte, ging er sofort hinaus. Es war aber Nacht.
(t. xxxii. 16.) Unser Herr sagte also zu Judas: Was du tust, das tue schnell, und der Verräter gehorchte diesmal seinem Meister. Denn nachdem er den Bissen empfangen hatte, machte er sich sofort an sein Werk: Nachdem er nun den Bissen empfangen hatte, ging er sogleich hinaus. Und tatsächlich ging er hinaus, nicht nur aus dem Haus, in dem er war, sondern von Jesus ganz und gar. Es scheint, dass Satan, nachdem er in Judas gefahren war, es nicht ertragen konnte, am selben Ort mit Jesus zu sein; denn es gibt keine Übereinstimmung zwischen Jesus und Satan. Und es ist auch keine müßige Frage, warum nach dem Empfang des Bissens nicht hinzugefügt wird, dass er ihn aß. Warum aß Judas das Brot nicht, nachdem er es empfangen hatte? Vielleicht weil, sobald er es empfangen hatte, der Teufel, der ihm in sein Herz gegeben hatte, Christus zu verraten, aus Furcht, das Brot könnte, wenn gegessen, das vertreiben, was er hineingelegt hatte, in ihn fuhr, so dass er sogleich hinausging, bevor er es aß. Und es mag nützlich sein zu bemerken, dass, wie der, der das Brot des Herrn isst und seinen Kelch unwürdig trinkt, sich selbst zum Gericht isst und trinkt; so wurde das Brot, das Jesus ihm gab, von den übrigen zum Heil gegessen, von Judas aber zur Verdammnis, insofern danach der Teufel in ihn fuhr.