
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 13
21 Nach diesen Worten war Jesus in seinem Inneren erschüttert und betonte: Amen, amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten. 22 Da sahen sich die Jünger gegenseitig an, weil sie nicht wussten, wen er meinte. 23 Einer von seinen Jüngern lag bei Tisch an der Seite Jesu; es war der, den Jesus liebte. 24 Simon Petrus winkte ihm zu, er solle fragen, wen Jesus meine. 25 Der lehnte sich zurück an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist es? 26 Da antwortete Jesus: Der ist es, dem ich den Bissen eintauchen und geben werde. Darauf tauchte er den Bissen ein, nahm ihn und gab ihn Judas, dem Sohn des Simon Iskariot. 27 Nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Jesus sagte zu ihm: Was du tun willst, das tue bald! 28 Aber keiner der Tischgenossen verstand, warum er ihm das sagte. 29 Denn da Judas die Kasse führte, meinten einige, Jesus sage zu ihm: Kaufe, was wir für das Fest brauchen!, oder er solle den Armen etwas geben. 30 Als jener den Bissen genommen hatte, ging er sofort hinaus. Es war aber Nacht.
(Tr. lxii. 5) Unser Herr hatte also Beutel, in denen er die Gaben der Gläubigen aufbewahrte, um die Bedürfnisse seiner eigenen Anhänger oder der Armen zu decken. Hier ist die erste Einrichtung kirchlichen Eigentums. Unser Herr zeigt, dass sein Gebot, nicht an den morgigen Tag zu denken, nicht bedeutet, dass die Heiligen niemals Geld sparen sollten; sondern dass sie nicht um dessentwillen den Dienst Gottes vernachlässigen oder sich durch Furcht vor Mangel zur Ungerechtigkeit verleiten lassen sollen.