
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 13
12 Als er ihnen die Füße gewaschen, seine Oberkleider angelegt und sich wieder zu Tisch gelegt hatte, sagte er zu ihnen: Versteht ihr, was ich an euch getan habe? 13 Ihr sagt zu mir Meister und Herr, und mit Recht tut ihr das; denn ich bin es. 14 Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, müsst auch ihr einander die Füße waschen. 15 Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr tut, wie ich an euch getan habe. 16 Amen, amen, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr und der Abgesandte nicht größer als der, der ihn gesandt hat. 17 Wenn ihr das wisst -- selig seid ihr, wenn ihr danach handelt. 18 Nicht von euch allen spreche ich. Ich weiß, welche ich erwählt habe. Aber die Schrift muss erfüllt werden: Der mein Brot isst, hat mich hintergangen. 19 Jetzt schon sage ich es euch, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt, dass ich es bin. 20 Amen, amen, ich sage euch: Wer einen aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.
(Tr. xlix. 2) Die Arianer, wenn sie diese Stelle hören, berufen sich sogleich auf die Abstufungen in ihrem System, dass, so weit der Apostel vom Herrn entfernt ist, so weit der Sohn vom Vater entfernt sei. Aber unser Herr hat uns in diesem Punkt keinen Raum zum Zweifel gelassen; denn Er sagt: Ich und der Vater sind eins. (oben 10,30) Aber wie sollen wir jene Worte unseres Herrn verstehen: Wer Mich aufnimmt, nimmt den auf, der Mich gesandt hat? Wenn wir sie so verstehen, dass der Vater und der Sohn eines Wesens sind, so scheint daraus zu folgen, wenn Er sagt: Wer aufnimmt, wen immer Ich sende, nimmt Mich auf, dass der Sohn und ein Apostel eines Wesens sind. Könnte nicht die Bedeutung sein: Wer aufnimmt, wen immer Ich sende, nimmt Mich auf, d. h. Mich als Menschen: Aber wer Mich aufnimmt, d. h. als Gott, nimmt den auf, der Mich gesandt hat. Aber es ist nicht diese Einheit des Wesens, die hier dargelegt wird, sondern die Autorität des Sendenden, wie sie durch den Gesandten dargestellt wird. In Petrus hört man Christus, den Meister des Jüngers, im Sohn den Vater, den Gezeugten des Eingeborenen.