Origenes
Catena Aurea · Johannesevangelium 13
12 Als er ihnen die Füße gewaschen, seine Oberkleider angelegt und sich wieder zu Tisch gelegt hatte, sagte er zu ihnen: Versteht ihr, was ich an euch getan habe? 13 Ihr sagt zu mir Meister und Herr, und mit Recht tut ihr das; denn ich bin es. 14 Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, müsst auch ihr einander die Füße waschen. 15 Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr tut, wie ich an euch getan habe. 16 Amen, amen, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr und der Abgesandte nicht größer als der, der ihn gesandt hat. 17 Wenn ihr das wisst -- selig seid ihr, wenn ihr danach handelt. 18 Nicht von euch allen spreche ich. Ich weiß, welche ich erwählt habe. Aber die Schrift muss erfüllt werden: Der mein Brot isst, hat mich hintergangen. 19 Jetzt schon sage ich es euch, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt, dass ich es bin. 20 Amen, amen, ich sage euch: Wer einen aufnimmt, den ich sende, nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.
(t. xxxii. 7.) Oder so: Diese geistliche Fußwaschung wird primär von Jesus selbst vollzogen, sekundär von seinen Jüngern, insofern er zu ihnen sagte: Ihr sollt einander die Füße waschen. Jesus wusch die Füße seiner Jünger als ihr Meister, seiner Knechte als ihr Herr. Aber das Ziel des Meisters ist, seine Jünger wie sich selbst zu machen; und unser Erlöser wünschte über alle anderen Meister und Herren hinaus, dass seine Jünger wie ihr Meister und Herr seien, nicht mit dem Geist der Knechtschaft, sondern mit dem Geist der Kindschaft, durch den sie rufen: Abba, Vater. (Röm. 8,19) Bevor sie also Meister und Herren werden, bedürfen sie der Fußwaschung, da sie noch unzureichende Jünger sind und den Geist der Knechtschaft in sich tragen. Aber wenn sie den Stand des Meisters und Herrn erreicht haben, dann sind sie fähig, ihren Meister nachzuahmen und die Füße der Jünger durch ihre Lehre zu waschen.