
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 13
6 Als er zu Simon Petrus kam, sagte der zu ihm: Herr, du willst mir die Füße waschen? 7 Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt nicht; aber später wirst du es begreifen. 8 Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. 9 Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und den Kopf! 10 Jesus sagte zu ihm: Wer gebadet ist, hat nicht nötig, sich zu waschen, sondern ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein; aber nicht alle. 11 Denn er kannte seinen Verräter. Deshalb sagte er: Ihr seid nicht alle rein.
(Tr. lvi. 4) Ganz rein außer den Füßen. Der ganze Mensch wird in der Taufe gewaschen, die Füße nicht ausgenommen; aber wenn wir danach in der Welt leben, treten wir auf die Erde. Jene menschlichen Neigungen also, ohne die wir in dieser Welt nicht leben können, sind gleichsam unsere Füße, die uns mit menschlichen Dingen verbinden, so dass, wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, wir uns selbst betrügen. (1 Joh 1,8) Aber wenn wir unsere Sünden bekennen, vergibt uns der, der die Füße der Jünger wusch, unsere Sünden bis hin zu unseren Füßen, mit denen wir unseren Umgang mit der Erde haben.