
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 13
1 Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen; und weil er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, so liebte er sie bis zum Ende. 2 Man war bei Tisch und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gelegt, ihn zu verraten. 3 Da erhob sich Jesus, der wusste, dass der Vater ihm alles in die Hände gegeben und dass er von Gott ausgegangen war und nun zu Gott zurückkehrte, 4 vom Mahl auf, legte die Oberkleider ab, nahm ein Leinentuch und band es sich um. 5 Dann goss er Wasser in das Waschbecken und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, das er sich umgebunden hatte.
(Tr. lv) Pascha ist kein griechisches Wort, wie einige meinen, sondern hebräisch; obwohl es eine bemerkenswerte Übereinstimmung der beiden Sprachen darin gibt. Das griechische Wort für leiden ist πασχεῖν, pascha wurde daher für Leidenschaft gehalten, als ob es von dem obigen Wort abgeleitet sei. Aber im Hebräischen ist pascha ein Hinübergehen; das Fest leitet seinen Namen vom Hinübergehen des Volkes Gottes über das Rote Meer nach Ägypten ab. Alles sollte nun in Wirklichkeit geschehen, wovon jenes Pascha der Typus war. Christus wurde wie ein Lamm zur Schlachtung geführt; dessen Blut an unsere Türpfosten gesprengt, d. h. dessen Kreuzzeichen auf unsere Stirnen geprägt, uns von der Herrschaft dieser Welt befreit, wie von der ägyptischen Knechtschaft. Und wir vollziehen eine höchst heilsame Reise oder ein Hinübergehen, wenn wir vom Teufel zu Christus hinübergehen, von dieser unsteten Welt zu seinem sicheren Reich. Auf diese Weise scheint der Evangelist das Wort zu interpretieren: Als Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, dass er aus dieser Welt zum Vater hinübergehen sollte. Das ist das Pascha, das ist das Hinübergehen.