
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 12
44 Jesus aber rief aus: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat 45 und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. 46 Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt. 47 Und wer meine Worte nur hört und nicht befolgt, den richte nicht ich. Denn ich bin nicht gekommen, die Welt zu richten, sondern die Welt zu retten. 48 Wer mich ablehnt und meine Worte nicht annimmt, hat seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, das wird ihn richten am Jüngsten Tag. 49 Denn ich habe nicht eigenmächtig gesprochen, sondern der Vater, der mich gesandt hat, er hat mir den Auftrag gegeben, was ich sagen und reden soll. 50 Und ich weiß, dass sein Auftrag ewiges Leben ist. Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.
(Tr. liv) Wenn das ewige Leben der Sohn selbst ist und das Gebot das ewige Leben ist, was ist das anderes als zu sagen: Ich bin das Gebot des Vaters? Und ebenso müssen wir im Folgenden: Was ich daher rede, das rede ich so, wie der Vater es mir gesagt hat, nicht verstehen: hat mir gesagt, als ob Worte zum eingeborenen Wort gesprochen würden. Der Vater sprach zum Sohn, wie er dem Sohn Leben gab; nicht dass der Sohn es nicht wusste oder nicht hatte, sondern dass er der Sohn war. Was bedeutet: wie er mir gesagt hat, so rede ich, anderes als: Ich bin das Wort, das spricht. Der Vater ist wahr, der Sohn ist die Wahrheit; der Wahre zeugte die Wahrheit. Was also könnte er zur Wahrheit sagen, wenn die Wahrheit von Anfang an vollkommen war und keine neue Wahrheit zu ihr hinzugefügt werden konnte? Dass er also zur Wahrheit sprach, bedeutet, dass er die Wahrheit zeugte.