
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Johannesevangelium 12
37 Obwohl er so viele Zeichen vor ihnen getan hatte, glaubten sie nicht an ihn. 38 So sollte sich das Wort erfüllen, das der Prophet Jesaja gesprochen hat: Herr, wer hat unserer Botschaft geglaubt, und wem wurde der Arm des Herrn offenbar? 39 Deshalb konnten sie nicht glauben, weil Jesaja an anderer Stelle gesagt hat: 40 Er hat ihre Augen blind und ihr Herz hart gemacht, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Herzen nicht zur Einsicht kommen, damit sie sich nicht bekehren und ich sie nicht heile. 41 Das hat Jesaja gesagt, als er die Herrlichkeit Jesu sah; von ihm hat er gesprochen. 42 Dennoch kamen sogar von den führenden Männern viele zum Glauben an ihn. Aber wegen der Pharisäer bekannten sie es nicht, um nicht aus der Synagoge ausgestoßen zu werden. 43 Denn sie liebten das Ansehen bei den Menschen mehr als das Ansehen bei Gott.
(Tr. liii. 11) Und sich bekehren, und Ich sie heilen sollte. Dies ist hier nicht vom Anfang des Satzes her zu verstehen – dass sie nicht mit den Augen sehen noch mit dem Herzen verstehen noch sich bekehren sollten; die Bekehrung ist ja ein freies Geschenk Gottes? Oder sollen wir annehmen, dass ein himmlisches Heilmittel gemeint ist; wodurch jene, die ihre eigene Gerechtigkeit aufrichten wollten, so weit verlassen und geblendet wurden, dass sie über den Stein des Anstoßes stolperten, bis sie mit beschämtem Angesicht sich demütigten und nicht ihre eigene Gerechtigkeit suchten, die den Stolzen aufbläht, sondern die Gerechtigkeit Gottes, die den Gottlosen rechtfertigt. Denn viele von denen, die Christus töteten, wurden später von einem Gefühl ihrer Schuld geplagt; was sie zum Glauben an Ihn führte. (c. 12). Dies sagte Isaias, als er Seine Herrlichkeit sah und von Ihm sprach. Er sah Ihn nicht wirklich, sondern bildlich, in prophetischer Vision. Lasst euch nicht von denen täuschen, die sagen, der Vater sei unsichtbar, der Sohn sichtbar, und den Sohn zu einem Geschöpf machen. Denn in der Gestalt Gottes, in der Er dem Vater gleich ist, ist auch der Sohn unsichtbar; obwohl Er die Gestalt eines Knechtes annahm, damit Er von Menschen gesehen werden konnte. Auch vor Seiner Menschwerdung machte Er sich zu Zeiten für menschliche Augen sichtbar; aber sichtbar durch das Medium geschaffener Materie, nicht sichtbar wie Er ist.